Leben, Arbeiten

Leben, Wohnen und Arbeiten auf SUSI

umbau

Zur Zeit leben etwa 260 Menschen auf SUSI, darunter viele Kids – und es herrscht ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Das Projekt bietet nicht nur Platz in zentral beheizten Zwei- bis Zehn-Zimmer-Wohnungen, auch zwischen den Häusern wohnt es sich offensichtlich ganz gut. 17 SUSIanerInnen leben dort in Bauwägen, Zirkuswägen und LKWs, denen es inzwischen weder am Vorgarten noch an der heißen Badewanne fehlt. All dies fügt sich gut ins bunte Gesamtbild und SUSI ist heute ein Ort mit diesem gewissem südlichen Flair, der auf den ersten Blick Lebendigkeit und Lebensfreude ausstrahlt. Man lebt hier miteinander statt nebeneinander.

Lebensqualität

Eines der wichtigsten Dinge für viele SUSIanerInnen ist das Leben in der Gemeinschaft, mit Menschen, die ähnlich denken wie man selbst, abseits der allgemeinen Vereinzelung. Viele bevorzugen den durch die vorhandenen Freiräume entstehenden Lebensstil. Ähnliches strahlt z.B. die alternativ umgenutzte Kasernensiedlung Christiania in Kopenhagen aus. Dort pflegt man vergleichbare Lebensformen schon seit 30 Jahren!

So manch einer sieht in SUSI auch einen Ort, seine Utopien auszuprobieren. Über allem steht aber die genossenschaftliche Grundidee, der „Projektgeist“. SUSI ist sicher ein guter Ort um selbstverwaltete Strukturen kennen zu lernen, und auch für diejenigen, die das Projekt nur als eine Durchgangsstation sehen, ist SUSI hoffentlich eine positive Erfahrung.

Neben der vertrauten nachbarschaftlichen Atmosphäre ist ein weiterer guter Grund hier zu wohnen das Selbstbestimmungsrecht. Hierarchien sind wenig ausgeprägt. Alle sind zugleich Mieter und Vermieter und entscheiden in Gruppen und Plena über ihr eigenes Schicksal. Dieses Prinzip der Basisdemokratie schafft Freiräume und gewährleistet eine aktive Mitgestaltung der Entwicklung von SUSI. Die Idee ist ein Status jenseits von „MieterIn“ oder „HausbesitzerIn“ anzustreben.

Vielen ist auch der politische Aspekt wichtig, nämlich in soziokultureller und ökologischer Hinsicht eine Vorbildfunktion zu erfüllen und die Möglichkeit zu haben, dem konsum-orientierten Lebensstil entgegenzuwirken.

Ein Standortvorteil ist die besondere Lage von SUSI auf dem Vauban-Gelände. Hier lebt man einerseits in unmittelbarer Nähe zur Natur und andererseits in Stadtnähe – mit dem Fahrrad 10 Minuten vom Zentrum entfernt.

In Punkto Lebensqualität findet man durchweg positive Ergebnisse in einer SUSI-Umfrageaktion: An erster Stelle stehen „Menschen, Nachbarschaft, Gemeinschaft“.

Durchmischung

Es war von Anfang an ein konzeptionelles Ziel, ArbeiterInnen, KünstlerInnen, StudentInnen und Arbeitslose in gemeinsamen Wohnung zu mischen. Was während der Zeit des Provisoriums problemlos möglich war, sollte auch nach der Umbauphase möglich sein. Eine Arbeitsgruppe nahm sich dieses Problems an und tatsächlich konnte nach jahrelangen, zähen Verhandlungen mit dem städtischen Wohnungsamt und dem Regierungspräsidium Freiburg eine Durchmischung der Häuser erreicht werden.

Kinder auf SUSI

Momentan leben ca. 50 Kinder im Projekt. Es war selbstverständlich, daß ein Kinderkeller eingerichtet wurde, der den Kiddis Platz bietet zu spielen, sich auszutoben und „Partys“ zu feiern.

Schon früh initiierte SUSI auch eine Kindertagesstätte und eine Krabbelgruppe in Haus 37, dem heutigen selbstverwalteten Stadtteilzentrum.

Der Wagenplatz auf SUSI

Von Beginn an zog das Quartier Wagenburgler an. Doch nur SUSI wies einen Platz für sie aus. Die WagenbewohnerInnen von SUSI wohnen weniger aus Not in ihren Untersätzen, sondern mehr, um den Traum vom idyllischen Leben in der Natur zu verwirklichen, oder ihren speziellen Lebensstil.

Der alte „Knast“

Der „Knast“ sind die Zellen und sonstige Räume des ehemaligen Gefängnisses, die jetzt als BewohnerInnentreff, Seminar- und Versammlungsraum (z.B. für Mitgliederversammlungen etc.) und als Bibliothek dienen, gelegentlich auch als Ausstellungsräume für junge KünstlerInnen. Vor allem aber ist hier das so genannte „SUSI-Café“. Zweimal wöchentlich gibt es die Möglichkeit neben kulinarischen Leckereien seine MitbewohnerInnen besser kennenzulernen, die Nachbarn einzuladen, Kicker zu spielen oder einfach nur ein Bierchen zu trinken. Sonntagabends kann man den „SUSI-Lichtspielen“ ins „Café“ kommen. Eine eigens eingeführte Videogruppe zeigt neue und alte Streifen aus der Welt des Films.

Arbeiten auf SUSI

Grundlegender Gedanke war und ist die Durchmischung der Wohn-, Arbeits-, Kultur- und Lebenssphäre. So entstanden nach und nach Selbsthilfewerkstätten. Die Struktur des Wohnens wie auch das Arbeiten auf SUSI verläuft nach den Prinzipien der Selbstorganisation.