Geschichte

Einleitung

 gesch

SUSI – die selbstorganisierte, unabhängige Siedlungsinitiative

Im Süden Freiburgs, am Fuße des Schönbergs, liegt das Gelände der ehemaligen Vaubankaserne. Mit dem Abzug der französischen Armee im Jahr 1992 wurden mit einem Schlag 38 Hektar innenstadtnahen Areals frei, bebaut mit Garagen, Mehrzweck- und Mannschaftsgebäuden, eine willkommene Chance in Zeiten drückender Wohnungsnot.

Die Stadt plante den Abriss aller Gebäude und späteren Neubau. Doch eine Hand voll anders denkender Studierender, Alleinerziehender und Arbeitssuchender machten sich stark für den Erhalt der Bausubstanz, um bedarfsgerechten Wohnraum für geringer verdienende Menschen in Selbsthilfe zu schaffen. Das gemeinnützige Projekt SUSI war geboren, als Antwort auf Spekulation und eine fehlgeleitete Wohnungspolitik.

Vier Mannschaftsgebäude konnte SUSI schließlich nach langen Verhandlungen mit dem Bund kaufen. Durch Eigenleistungen der BewohnerInnen und unter Mithilfe von FreundInnen und erfahrenen HandwerkerInnen wurden die alten Kasernen in gut vier Jahren umgebaut. Heute wohnen hier etwa 260 Menschen. Zwischen den Häusern mangelt es nicht an gemütlichen Ecken und Platz zum Plaudern. Ein selbst errichteter Kinderspielplatz, kleine Werkstätten, Bau- und Zirkuswägen, Treppenhäuser und Balkone in unkonventioneller Bauweise – man merkt auf Schritt und Tritt, dass hier nicht „von der Stange“ gebaut wurde, sondern dass viele engagierte Menschen mitgemacht haben.

Natürlich war unser Vorgehen ein Experiment – ein Experimentieren mit alternativen Lebens-, Wohn- und Arbeitsformen, im verträglichen Umgang mit Natur und Energie. Wir wollten ökologisch und preiswert bauen. Wir wollten ein Blockheizkraftwerk. Wir wollten ehemals Drogenabhängige ebenso integrieren, wie auf der Straße lebende Menschen. Wir wollten eine bessere, nach genossenschaftlichen Prinzipien organisierte Welt, die eine Zukunft ohne Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und ohne Naturzerstörung bringen sollte.

Entstehungsgeschichte

Am Anfang war die Wohnungsnot …

Zu Beginn der 90er Jahre war Wohnungsnot, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, eines der drastischsten Probleme in Freiburg.

Die Preise schienen von Woche zu Woche zu steigen und die bezahlbaren größeren Wohnungen verzogen sich immer tiefer in den Schwarzwald. Single-Wohnungen dagegen erlebten einen Boom.

Flächenkonversion:

In die Zeit der 90er Jahre fiel jedoch auch ein anderes Phänomen:

Durch den Abzug der in der Bundesrepublik stationierten ausländischen Streitkräfte kamen verschiedene Gemeinden mehr oder weniger unerwartet in den Genuss von freiwerdenden Flächen (sogenannten Konversionsflächen). Diese weckten natürlich Begehrlichkeiten. Alles platt machen und möglichst teuer verkaufen war eine Option.

Da hatte eine anfangs rein studentische Gruppe Ideen ganz anderer Art. Die Gebäude sollten weitgehend erhalten bleiben. Unter anderem sollten 24 ehemalige Mannschaftsgebäude in sozialverträglichen Wohnraum umgewandelt werden.

Eine erste Bestandsaufnahme machte Hoffnung: die Gebäude wiesen eine intakte und baubiologisch gesunde Substanz auf. Die Erarbeitung eines ersten Umnutzungskonzeptes begann. Gleichzeitig gingen die InitiatorInnen an die Öffentlichkeit. Die Gruppe wurde größer und entfernte sich immer weiter aus dem ursprünglich rein studentischen Milieu. Als Resultat wurde Ende 1990 die „Selbstorganisierte Unabhängige Siedlungs-Initiative, kurz S.U.S.I., als e.V. gegründet.
Direktkredite für den weiteren Ausbau unserer sozio-kulturellen Infrastruktur etc. gesucht. Weitere Infos unter 0761/4570090 oder per e-mail: post@susi-projekt.de